Maximal variabel
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Stufenlos schalten ohne feste Gang-Vorgaben – das schont den "Motor Mensch" und steigert seine Leistung und Ausdauer. Mit NuVincis neuer N360-Schaltnabe wird die smarte Technik nun endgültig praxistauglich.
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Beinahe mörderisch wirkt die Steigung, die sich direkt vor unserem Radfahrer aufbäumt. Ein geschmeidiger Dreh am Schaltgriff, der Buckel wird flach und immer flacher: kein Problem mehr für den kleinen Radler. Im Display-Daumenkino des NuVinci-Schaltgriffs spielen sich wahre, aber immer glimpfliche Dramen ab. Dabei haben die kalifornischen Schaltungs-Innovatoren von Fallbrook Technologies Inc. nur eine besonders einleuchtende Art gefunden, die stufenlose Übersetzungsveränderung ihrer einzigartigen Nabenschaltung plastisch darzustellen. Kein Rastschritt hemmt den flüssigen Dreh aus dem Handgelenk; sanft, präzise und mit gleichmäßigem Widerstand steuert der Schaltgriff eine ausgeklügelte Mechanik im Innern der Hinterrad-Getriebenabe. Ebenso stufenlos und geschmeidig verändert sich dort die Getriebeübersetzung. Man kann es sich anfangs nur schwer vorstellen, weil das NuVinci-Gefühl jede bisherige Fahr-Erfahrung sprengt.
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Optimal arbeitet der Motor Mensch nur innerhalb einer gewissen Drehzahl-Bandbreite, je nach seiner körperlichen Voraussetzung. Beim Radfahren hilft die Gangschaltung, das Drehzahl-Optimum von Mensch und Maschine einander anzugleichen. Liegen dabei die Gangstufen mehr oder weniger weit auseinander, muss der Mensch teilweise seinen grünen Drehzahlbereich verlassen und heftiger pedalieren, als er eigentlich kann, um den Sprung zur nächsten Gangstufe zu verdauen. Auf einer längeren Fahrstrecke führt das zu verstärkter Ermüdung und begrenzt spürbar die Leistungsfähigkeit. Genau darin liegen die Vorteile einer stufenlosen Übersetzung: Mit ihr lässt sich das biomechanische Drehzahl-Optimum permanent halten, soweit die gesamte Übersetzungsspanne des Getriebes nicht überschritten wird.
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Unser NuVinci-Testrad
Panther TR-999 Gepard-N
| Preis/Gew./Gr. |
999 Euro/17,15 kg/H: 53, 58 cm; D: 45, 50 cm |
| Rahmen/Gabel |
Alu/RST Vita, Stahlfeder, Lockout, 50 mm |
| Schaltung |
NuVinci 360-Nabenschaltung, Drehgriff |
| Bremsen |
Shimano BR-M422 V-Brakes |
| Ausstattung |
Rohre ovalisiert; Exzenter-TL; Züge innen; NN-Träger, 25 kg, Federklappe; Trelock LS 865, Toplight Linetech +; NN-HBStänder; Hebie Chainglider; Gummi-Ergogriffe, Klingel |
Fazit: Der Rahmen der 2011er Gepard-Generation profitiert in der Steifigkeit von etwas größeren Rohrdurchmessern und dem Exzenter-Tretlager. Das Gepard-N fährt sich flink und entspannt-sportlich bei guter Übersicht. Damit harmoniert die Stufenlos-Schaltung prima. Das Rad ist optimal für wendiges, flottes Vorwärtskommen im Alltag. |
Die Fakten der Nabe
Die NuVinci 360-Nabe wiegt exakt 2500 Gramm. Dazu addieren sich die Gewichte von Drehschalter, Ritzel, Schrauben und Kleinteilen von noch einmal 291 Gramm; gerundet kommt das System also auf 2,8 Kilo. Der Drehschalter arbeitet nach dem Pull-Pull- Prinzip: Zwei parallele Züge passen die Schaltkulisse immer unter Zug den Anforderungen an. Die Mechanik bleibt so simpel und wenig verschleißanfällig.
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"NuVinci hat großes Potenzial"
Die Pantherwerke suchen immer nach Innovationen, die das Fahrgefühl verbessern. Deshalb verwenden wir z. B. beim Panther Modell TR-999 Gepard-N die NuVinci 360. Denn diese einzigartige Nabe ermöglicht nicht nur eine kontinuierliche Kraftübertragung, sondern auch eine stufenlose Übersetzung und somit ein Fahren ohne Unterbrechungen. Die NuVinci 360 hat großes Potenzial und bietet nach unserer Erfahrung immer die passende Übersetzung in einem breiten Übersetzungsbereich. Kai Wippermann
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Eine geringe Justierung am Schaltgriff, und die Wohlfühl-Drehzahl ist gesichert, auch wenn das Bodenniveau sich hebt oder senkt. Nun sind sogenannte CVTs (Continuously Variable Transmission, also "permanent veränderliche Übersetzung") technisch nicht neu. Doch nur die NuVinci-Nabe bringt alle Vorteile unter einen Deckel in fahrradtauglicher Form (siehe auch TREKKINGBIKE 5/2007, S. 44 oder www.trekkingbike.com, Suchwort "NuVinci"). Gegenüber ihrem Vorgängermodell konnte Hersteller Fallbrook die N360 erheblich verbessern. So wurde sie rund 30 Prozent leichter und wiegt jetzt 2500 Gramm. Im System ist sie nur noch etwa 700 Gramm schwerer als eine Alfine 11-Schaltung. Mit 360 Prozent Übersetzungsumfang sowie 0,5-facher Unterund 1,8-facher Übersetzung bietet sie ein gut fahrradtaugliches Spektrum. Sie übertrifft damit beispielsweise die Werte von Shimanos Sieben- und Achtfach-Naben. Zudem konnten die Schaltkräfte um die Hälfte verringert werden. Jetzt arbeitet das Stufenlos-Getriebe auch problemslos unter Last; das unterstützt den erwünschten, intuitiven Gebrauch erheblich. Schließlich verlegten die Ingenieure die Schaltzug-Ansteuerung an die Nabenstirnseite innerhalb des Ausfallendes, wie bei den meisten Nabenschaltungen üblich. Hier liegt die Mechanik geschützt, der Radein- und -ausbau wird stark vereinfacht. All dies macht die N360 attraktiv für ein breites Spektrum von Fahrrad-Typen und Einsatzbereichen. Die gesamte Technik ist hermetisch gekapselt und Lebensdauer-geschmiert, die Mechanik besteht nur aus wenigen robusten Teilen; die Nabe kommt problemlos mit sehr hohen Drehmomenten zurecht. Deshalb sind derzeit nur sie und die "Nabenkönigin" Rohloff zur Verwendung mit elektrischen Zusatzantrieben freigegeben. Fallbrook gestattet gar die Bezeichnung "wartungsfrei" bei der Verwendung als Fahrrad-Antrieb. Bei gelegentlichem Reinigen von Ritzel und Schmieren der Kette können Schmutz und Verschleiß einem NuVinci-Antrieb nichts anhaben.
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Ein solch leistungsfähiges Konzept ist natürlich nicht mit einem Dasein als neuartigem Fahrrad- Antrieb ausgeschöpft. Die Hersteller-Firma Fallbrook Technologies vermarktet ihr Stufenlos- Getriebe in entsprechend angepasster Form und Größe auch für leichte Elektrofahrzeuge wie Golf-Carts oder Rasenmäher- Traktoren, für den drehzahloptimierten Betrieb von Aggregaten wie Lichtmaschinen oder Turboladern unter der Motorhaube von Autos, für stationäre Landwirtschaftsmaschinen oder Windkraftanlagen. In der Fahrradbranche haben unter anderen Batavus in Holland, die deutschen Hersteller Hercules, Kalkhoff, Pantherwerke, Raleigh, aber auch Cresta, Simpel oder TDS aus der Schweiz das Potenzial der neuen Antriebstechnik erkannt: Sie alle bieten bereits 2011 erste Räder mit dem neuen Wohlfühl-Getriebe an.
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Die stufenlose Schalttechnik
Wie jede geniale Idee, funktioniert die NuVinci-Schalttechnik nach einem einfachen Prinzip: Rotierende und neigbare Kugeln stellen den Kraftschluss zwischen der Antriebs- und Mitnehmer-Scheibe her. Die Neigung der Kugeln verändert die Größe ihrer Kontaktfläche zur jeweiligen Scheibe. So entsteht je eine Unter- oder Übersetzung der Antriebs- zur Mitnehmer-Scheibe. Zur Schmierung und Unterstützung dient ein Transmissions- Öl. Darin eingelagerte Partikel stellen die Reibung sicher. Im niedertourigen Fahrradbetrieb bleibt das System komplett wartungsfrei.
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Für die Hersteller ist interessant, dass Gewicht, verringerte Baugröße und Übersetzungsspanne der N360 nun in vergleichbaren Dimensionen liegen, dass die Nabe einfach zu verbauen ist und dass die geniale Technik mit geringer Komplexität und wenigen Bauteilen auskommt. Denn das bedeutet auch weniger Wartung, Reparaturen und eine geringere Reklamationsrate. Und damit natürlich auch höhere Kundenzufriedenheit. Denn die ist schließlich der Dreh- und Angelpunkt: Neue Technik muss – berechtigterweise – immer erst eine Hürde der Skepsis bei den Verbrauchern überwinden, bevor sie angenommen wird. Der NuVinci ist dies zu wünschen: Das Potenzial dazu hat sie jedenfalls. Die Vorteile, die sie bietet, sind einzigartig, sinnvoll und clever umgesetzt. Dem Radler macht sie im Stadt- und Nahverkehr das Leben leichter. So etwas nennt man Fortschritt. Da macht es wenig, wenn Fallbrook zugibt, dass die Grund-Idee von jemand anderem stammt: Das Neige- Kugel-Prinzip hatte vor etwa 450 Jahren bereits Leonardo da Vinci skizziert.
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Unser Fahreindruck
Ausgiebige Testfahrten mit einem Panther Gepard-N haben die Stärken und Schwächen des stufenlosen Schaltens gezeigt. Im Stadt- und Nahverkehr überwiegen die Vorteile am deutlichsten, der Nachteil relativ hohen Gewichts ist hier am leichtesten zu verschmerzen. Bei gut abgestimmter Primärübersetzung tritt bereits nach wenigen Kilometern ein Gewöhnungseffekt ein: Das kontinuierliche Nachstellen am Schaltgriff geschieht intuitiv, das Fahren wird subjektiv ruhiger und flüssiger. Kein Wunder, gerät man doch pro Kilometer weniger häufiger in den roten Bereich. Beim Anfahren muss man ein, zwei Mal umgreifen, um schnell auf Touren zu kommen. Ab dann reichen kontinuierliche Mini-Korrekturen von wenigen Winkelgraden – das geht locker aus dem Handgelenk. Die Kraftübertragung findet ohne jeden Schlupf oder spürbares Ruckeln statt. Unter Last wird das Schalten einen Hauch zäher, bleibt aber immer fein steuerbar. Der Antritt fühlt sich präzise an. Auch zu hören ist nichts – die Schalttechnik werkelt völlig lautlos in ihrer Verpackung. Jochen Donner, Trekking bike- Technik-Redakteur
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| TR-999 GEPARD-N NuVinci>> |
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